Bouldern in Prilep – Tag 3-5 2

Nun mit etwas delay wegen des schlechten Wifi-Emfangs der Report zu den Tagen 3-5:
Das in Mazedonien so einiges anders ist als bei uns haben wir ja bereits geschrieben. Aber dass das auch für den Wetterbericht gilt, der eigentlich konstant gutes Wetter angezeigt hatte und wir nun seid Tagen im Nebel sitzen, wussten wir nicht.
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Blöcke suchen im Nebel
Das Merkwürdige ist allerdings, dass man von den Felsen bei uns gewohnt ist, dass man bei Nebel besser nen gemütlichen Tag daheim verbringt, als raus bouldern zu gehen, da eh alles nass ist. Hier hat der Fels erstaunlicherweise trotz maximaler Sicht von 10m noch ordentlich Grip.
So verbrachten wir die Tage nicht daheim, sondern fingen an die ersten Blöcke zu putzen.
 Prilep, Macedonia Prilep, Macedonia
aus 5m Entfernung war der Block kaum noch zu sehen

Aufgefallen ist uns dabei leider auch, dass wir unseren ersten Eindruck ein wenig revidieren müssen. Die Felsqualität ist nicht das, was man erwartet, wenn man die Blöcke sieht. Auch robust aussehende Griffe halten nicht das, was sie versprechen.

Blöcke gibt es viele, aber oft sind diese nicht ansatzweise von der Festigkeit, die man von Granit erwartet. Gott sei Dank trifft das nicht auf alle zu und wir haben ein paar Highlights gefunden, entrümpelt, entmoost und werden versuchen die Dinger in den nächsten Tagen erstzubegehen. Die wohl interessantesten Neuentdeckungen konnten wir bei der Treskavec Monastery machen.
Prilep, Macedonia
Treskavec Monastery
Hier hat es auf 1200m in einem kleinen Umfeld um das besagte Kloster einige gute Linien, die nur darauf warten geklettert zu werden. Auf dieses Gebiet wollten wir uns auch die noch kommenden Tage beschränken, da hier vor uns quasi niemand Boulder geputzt hat und somit die Eröffnung eines völlig neuen Sektors möglich war.
First Ascent: Peter Würth in "Sea of Clouds", fb8A+    First Ascent: Peter Würth in "Sea of Clouds", fb8A+
links: erstes Auschecken von Peters Projekt nach getaner Putzarbeit
rechts: irgendwie scheint alles was an Struktur absteht früher oder später rauszureißen…in diesem Fall auf Peters Nase
Nach der ganzen Putzaction und Sucherei freuten wir uns auf das wohlverdiente Feierabendbier und die anstehende Neujahrsfeier. Es war ja schließlich der 31.12.
Sylvester hier in Prilep wird im Stadtzentrum gefeiert, wo sich die meisten Anwohner versammeln und zu Livemusik tanzen. Von 22:00 – 2:00 Uhr spielen dann die bekanntesten mazedonischen Bands (von deren Gesang wir leider kein einziges Wort verstehen konnten) und dazu gibt es kostenlos heißen Schnaps und Tee. Angespornt von Alkohol und Musik ließen wir uns es dann auch nicht nehmen uns einfach in die kreisförmigen Volkstänze einzureihen und mit den Prilepern das neue Jahr zu feiern.
Peter wurde einige Male versehentlich „eingekreist“, wodurch ca. 100 Prileper wie um einen Tannenbaum um ihn herumtanzten. Erst war er ein wenig irritiert, feierte aber dann in der Mitte einfach weiter. Mit unseren bunten Jacken oder vielleicht auch durch unseren Tanzstil fielen wir in dem Getümmel ganz schön auf, obwohl wahrscheinlich die ganze Stadt vor Ort war. Irgendwann schienen wir die Moves aber gut genug zu beherrschen und so luden uns dann auch ein paar ältere Herrschaften, von denen wohl einer auch mal Bergsteiger war, in ihren Kreis ein. Diese wollten natürlich alles wissen was wir hier so treiben und waren vom Bouldern auch sichtlich begeistert.
Auf jeden Fall war der diesjährige Sylvesterabend eine besondere Erfahrung für alle von uns.
 Prilep, Macedonia
In diesem Sinne: Srekna Nova Godina ! – ein frohes neues Jahr !

2 thoughts on “Bouldern in Prilep – Tag 3-5

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