Lost in Font

Offizielles Felskletter Team des Deutschen Alpenvereins (DAV)

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Zwei Wochen Fontainebleau hatte ich geplant, als Erholungs-Urlaub für meine geschundenen Finger. Sloper , Sloper und nochmals Sloper, das hörte sich in meinen Ohren gut an. Zu oft hatte ich diesen Winter, dank schlechtem Wetter im Tessin, an Leisten trainiert und meine Ringbänder fingen schon an sich zu melden. Also Telefon geschnappt und erstmal durchgeklingelt, um zu klären, wer denn wann Zeit und Lust auf „Bleau“ hätte.

Zwei Trips wurden geplant.

Trip 1: eine Woche Fontainebleau Anfang März
Trip 2: eine weitere Woche Fontainebleau Ende März
Das „grand problème“: Ich selber habe weder Führerschein, noch Auto.
Meine Idee: Irgendjemand wird sich schon finden, bei dem ich mitfahren kann, sobald ich in Fontainebleau bin. Schließlich soll der Bivouac-Platz am Hippodrome extrem zentral sein.
Also ging es im Wohnmobil eines Kollegen auf nach Fontainebleau.

 

Woche 1:

Die erste Woche hatte zwar, dank leichter Magenprobleme, einen etwas trägen Start, als ich dann jedoch wieder fit genug zum bouldern war, waren die Bedingungen dafür umso besser.
So kletterte ich am ersten Tag die zwei super schönen Boulder „Sitting Bull“ und „Crazy Horse“, sowie noch die ein oder andere 7A.
Am nächsten Klettertag wollte ich unbedingt an „l’Oeil de Sybille“, ein sagenhafter Dachboulder, welchen ich schon auf meinem letzten Fontainebleau-Trip versucht, aber nicht gemeistert hatte.
Da niemand Lust hatte mit mir zum „Cul de Chien“  zu gehen, machte ich mich allein auf den Weg.
Nach 5 minütigem Aufwärmen in den unteren leichten Zügen, versuchte ich mich an der Crux,
Nachdem ich Crux auf Anhieb schaffte, fing ich auch gleich mit den ersten Versuchen an und siehe da, schon im zweiten Versuch stand ich oben auf dem Block und war überglücklich.

l'oeil de sybille_FB 7C+_Fontainebleau

l’Oeil de Sybille

Woche 2 und 3:

In der zweiten Woche zog ich auf den Bivouac-Platz, wo ich dann zwei Freunde wiedertraf, welche ich bereits aus Südafrika kannte: Tim und Judit.
Ziemlich schnell fand ich auch bei den anderen Bewohnern des Bivouac-Platzes Anschluss und kam so in einige Gebiete, die ich sonst wahrscheinlich nie besuchen hätte können.
Ich kletterte so viel ich konnte und probierte was eben grade so rumstand und mich anmachte.
Da ich oft nur ein einziges Mal in ein Gebiet kam, wurde erst gar nicht projektiert, deshalb kamen leider keine all zu schweren Boulder an die Reihe. Aber immerhin konnte ich mit „Welcome to Tijuana“ und „Gargantoit assis direkt“ zwei echte Perlen klettern. Stolz bin ich auch auf die Begehung von „Divine Déchéance“ bei 25°C, da ich diesen Boulder vor einem Jahr noch als unkletterbar eingestuft hatte.

 

Woche 4 aka Ein Haus…Endlich!:

Nach zwei Wochen Bivouac war ich heilfroh, endlich wieder in ein Haus ziehen zu können.
Und so wurde es höchste Zeit, dass die Münchner Crew (bestehend aus Alex, Nico und Konrad) endlich anreiste.
Das Beste war jedoch bei weitem nicht das Haus, sondern die Kochkünste der „Crew“ und so ließen wir es uns jeden Abend so richtig schmecken.
Aus diesem Grund konnte ich mich, frisch ausgeruht, auch wieder für ein Projekt motivieren.
Das Objekt der Begierde war der Dachboulder „Opium“, eine echte Pracht von einem Block, der scheinbar alleine mitten im Wald stand.
Leider habe ich es bis heute nicht geschafft „Opium“ zu klettern, aber dafür gelangen mir mit „Le Kraken direkt“ und der Linken Variante zwei super Boulder, welche man auch an Regentagen probieren kann.

 

Nachdem die „Münchner Crew“ abgereist war, blieb auch ich nicht mehr lange in Fontainebleau.Ich fühlte mich ausgelaugt und es wurde extrem warm.
Aber egal ob zu warm oder zu schwach,Fontainebleau ist „Bleau“ und „Bleau“ ist grandios und genau deshalb fuhr ich nur kurze Zeit später erneut für eine Woche dorthin.
Und natürlich war es etwas regnerisch, aber ich bereute es nicht, denn wieder hakte ich mit „Symbiose“ und „Satan m`Habite“ zwei meiner Traum-Boulder von meiner „Bleau-Liste“ ab, welche dennoch immer länger statt kürzer wird.

Symbiose_FB 7C_Fontainebleau

Symbiose

 

Jetzt ist es erstmal wieder Zeit fürs „Magic Wood“ in Graubünden und hoffentlich auch bald für den Sustenpass. Dank dem „Erholungs-Urlaub“ in Fonatinebleau sind nun auch die Finger wieder einsatzfähig.

Ein ganz besonders Dankeschön geht noch an Tim, Judit und Schnurl.

Danke führ die Zahlreichen Mitfahrgelegenheiten!

 

Text: Max Räuber
Fotos: Daniel Schulze (Danke nochmal)

 

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