Wintertrainingslager in Spanien

Allein die Fahrt ist schon eine halbe Weltreise. Jakob, Mathi, Paddy und Ole gurken mit Jakobs untermotorisiertem Caddy durch die Nacht. In Ermangelung an anderem Essen (vergessen…) müssen Omis Plätzchen herhalten. Vor allem Patrick findet großen Gefallen an diversen Plätzchensorten. Kugelrund fühlen wir uns am Schluss. Perfekt um schwer zu klettern.

Früh morgens kommen wir in Margalef an. Das Hostel hat zu – also müssen wir auf dem Parkplatz frühstücken. „Gibt es vielleicht noch ein paar Plätzchen?“

Völlig übermüdet aber top motiviert kommen die vier morgens um 8 in Margalef an. Schnell werden Paul und Marcel eingesammelt und wir schlappen die Platten zum Sektor „Raco de la Espadelles“ hoch. Hier wollen wir die Hauptzeit verbringen, denn wir haben ambitionierte Ziele. Ole will seine erste 8c klettern und auch die anderen hängen sich schnell in coole Projekte. Zum Glück klettern wir ab und zu in Franken, denn das Rumgehacke an Monos geht ordentlich auf die Flossen. Die nächsten Tage bekommen wir perfektes Wetter geschenkt. 15°C und blauer Himmel. Dafür sind wir hier.

Ole beim auschecken von „Toni Kaneloni“ (8a+)

Paul beim Durchstieg von „El Figurin“ (8a+)

Mit einem Tag Verspätung kommt nun auch der Rest der Crew eingetrudelt. Die Jungs und Lena haben sich wohl im Massive Central in Frankreich verfahren und haben mit Schnee und Eis gekämpft. Warum? Irgendwas mit „Ich kenne da eine Abkürzung.“ 😉
Nun sind wir komplett: Paulchen, Boom-Box Marcel, Don, Footloose Fred, Lady Lena, Jakob, Jens und Ole aka. die Lauch-Fraktion, Muskel-Mathi und Paddy Starfish. Jetzt geht’s rund.

Die Crew

Unsere Strategie sieht wie folgt aus: Da man sich nach ein paar schweren Touren die Haut zermetzgert hat und nur noch verzweifelt versucht die angeschwollenen, getapten Finger in die scharfen Löcher zu stopfen, probieren wir meist nur nach den Ruhetagen unsere Projekte. Mit Ausnahme von Patrick, der die Ruhetage (die von den anderen zum Höhlen erkunden genutzt werden) einfach mal gediegen ganz weg lässt und eine 8a+ und 8b nach der anderen wegknüppelt.

Paddy konsumiert im Abschlussdach von „El Figurin“ (8a+)

Den Tag danach fahren wir meist nach Siurana um lange, vertikale Ausdauertouren zu genießen. Anscheinend haben Jakobs und Oles Sessions in den Platten des Rätikons ihren Zweck erfüllt, denn die beiden können feinste Plattentouren onsight weg moven. „Techno Minimal“ (7c+) und „Traficants de ferralia“ (7c+) werden genüsslich weggesnackt.

Ole im Flash der delikaten Verschneidungskletterei „Minimal Techno“ (7c+) in Siurana. Jakob konnte selbige davor in einer 3/4h Aktion onsighten.

In der Zwischenzeit zeigen die etwas massiveren Jungs wie man in steilerem Gelände abknipst und können mit „Photo Shot“ (8b) einen der bekanntesten 10er Margalefs klettern.

Marcel in „Photo Shot“ (8b)

Natürlich darf der Café niemals fehlen am Fels. Doof wenn man die Halterung vom Kocher vergessen hat – da wird man erfinderisch.

Vor allem Paul und Patrick lassen ihre Muskeln spielen und können mit „Camino a la perdición“ (8a+), „El Figurin“ (8a+), „Batuka“ (8b) und „El Orden esta en el caos“ (8b) einige Touren im 10. Grad abhaken. Jens macht wie immer „den Jens“ und klettert einfach alles weg was ihm unter die Nase gehalten wird. Und obwohl von einer Erkältund arg angeschlagen kann Lena sich über wunderschöne Begehungen von Touren bis in den unteren 9. Grad freuen.

Mathi in „El Sistema“ (7c+)

Die Einstiege im Sektor Espadelles sind fast immer steil!

Abends wird zusammen gekocht, Siedler und Munchkin gezockt und sich über die Züge der heutigen Routen unterhalten. Dabei fragt man sich immer wie komisch es doch wohl aussehen muss, wenn man das wilde rumgestikulieren als Nicht-Kletterer beobachtet.

Beim Siedler spielen hat Marcel klar dominiert.

„Ruhetag“ in Margalef.

Doch so langsam geht die Zeit zu neige und die Projekte wollen ja auch noch geklettert werden. Ole steht noch immer vor dem Einstiegsboulder der 8c. Die ersten drei Züge von „Los últimos vampiros hippies“ an kleinen Löchern checken bei fb8a ein – und obwohl Ole schon 8a bouldern konnte ist das definitiv schwerer als alles was er davor gebouldert hat. Und so freut er sich besonders, als er immerhin die ersten Züge linken kann.
Mit Projekten ist es immer so eine Sache… Sind sie zu schwer kommt man in der kurzen Exkursionszeit nicht hoch. Sind sie zu leicht fühlt man sich zwar glücklich, aber es nicht ganz so befriedigend wie etwas richtig schweres geklettert zu haben. Und auch wenn es jetzt für manche nicht ganz gereicht hat, haben wir trotzdem viel dazu gelernt und alles gegeben. Umso schöner ist es dann, wenn jemand am letzten Tag sein Projekt klettern kann und wir freuen uns alle riesig, dass Jakob „El Ball del Trizeps“ (8b) und „Ximpleta“ (8a) im letzten Abendlicht durchsteigen konnte.

Jakob klettert „El Ball del Triceps“ (8b)

 

Jakob im Durchstieg von „Ximpleta“ (8a) – einer perfekten Sintertour

Ole bei einem Versuch in „Anabólica“, einer der bekanntesten und speckigsten 8a’s in Siurana  

Leave a Reply