Prilep – Tag 1 & 2

Offizielles Felskletter Team des Deutschen Alpenvereins (DAV)

Prilep – Tag 1 & 2

Für den letzten Felskadertrip im Jahr 2013 steht Prilep auf dem Plan. Die Umgebung der zweitgrößten Stadt Mazedoniens ist geradezu überfüllt mit Boulderblöcken und somit ideal, um neue Linien zu finden und erstzubegehen. So der Plan für die Tage zwischen den Jahren.
Am Abend des 26.12 gings für die meisten von uns los in Richtung Wien und von dort weiter nach Skopje.
Unser Gepäck haben wir übrigens einfach in die Crashpads gestopft, was für die Airline kein Problem darstellte obwohl alle Gepäckstücke eigentlich viel zu groß waren. Solange das Höchstgewicht nicht überschritten ist geht das wohl klar.
AirportCrashpad Action am Flughafen in Skopje, Mazedonien

So kann man sich den Aufpreis für Sport oder Übergepäck auch sparen. Allerdings ist dies wohl auch ein wenig Glücksspiel. Zumindest bei uns hat es mit 11 Pads problemlos geklappt.

Durch etwas Glück und Verhandlungsgeschick bekamen unsere Mietwagen dann auch noch ein Upgrade, sodass wir anstelle unseres ursprünglichen Plans alles aufs Dach zu schnallen, unser Gepäck tetrisartig komplett in den Karren verstauen konnten. Nice.
Irgendwann gegen 3:00Uhr kamen wir schließlich dann auch in Prilep an, wo uns Hristo freundlich begrüßte und auch schon alles hergerichtet hatte.
Den ersten Tag mussten wir uns allerdings selbst zu Recht finden, da Hristo erst am Abend Zeit hatte. Wir hatten uns natürlich gleich verfahren und landeten irgendwo absolut im Off.
Prilep, Macedonia
Offroad Action
So kann man auch die Gegend erkunden und immer in der Nähe der Blöcke rumfahren ohne wirklich anzukommen. Als die Straße schließlich komplett geflutet war, entschieden wir uns umzudrehen und uns am Abend kurz vor Einbruch der Dunkelheit noch die ersten Blöcke von Hristo zeigen zu lassen.
Prilep, Macedonia
Hier war umdrehen angesagt.
Für den darauf folgenden Tag stand weitere Boulderbesichtigung und erster Felskontakt auf dem Plan. Wir starteten mit der „Welcome Line, 7A“ einem schönen Leistenschild direkt am Anfang des Blockfeldes.
"Welcome", fb7A+
Miri in „Welcome Line“, fb7A

Danach schauten wir uns die Blöcke in der Umgebung an und konnten mit „Cocoon, 7A“ und „Predator, 7C“ auch noch zwei Classics klettern.

Martin Mayer in "Predator", fb7C/+
Martin Mayer in „Predator“, fb7C/+
Ansonsten ist unser erster Eindruck von Prilep auf jeden Fall sehr positiv. Die Menschen hier sind allesamt freundlich und sprechen meist gutes Englisch. Allerdings merkt man auch, dass Mazedonien eines der ärmsten Länder Europas ist, was gerade in den Slums echt erschreckend ist. Da kommt man sich mit der Gore-Tex Hardshell schon ganz schön blöd vor, wenn die örtliche Werkstatt die Autos auf Bierkästen aufbockt und die Menschen im Winter ohne Klamotten in Wellblechhäusern neben einem total verdreckten Flussbett hausen.
Interessant sind hier auch die Einkaufsoptionen. Trotz der großen Armut unterscheiden sich die Supermarktpreise kaum von denen in Deutschland. Allerdings kann man bei den Einheimischen auch sehr günstig einkaufen. Hier ist die Auswahl zwar klein, aber die Qualität hervorragend, da alles direkt vom Erzeuger kommt. So ist dann auch sicher sein, dass man sein Geld an der richtigen Adresse investiert und nicht irgendeine Supermarktkette sponsort.
Der Fels hier in Prilep ist zwar nicht „brionesque“ aber kompakt und abgefahren strukturiert. Die bestehenden Boulder sind leider auch nicht alle perfekt geputzt, sodass man oft ungekletterte Linien nicht von bekannten unterscheiden kann, außer es handelt sich um einen Classic. Insgesamt gibt es hiervon aber in jedem Grad und in jedem Stil den einen oder anderen Boulder zu klettern, sodass das Gebiet für Kletterer aller Niveaus interessant ist. Die eine oder andere interessante Linie haben wir auf jeden Fall schon gefunden. Mal schauen, was die nächsten Tage bringen, denn Potential zum Putzen gibt es auf jeden Fall mehr als genug.

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